Im Falle eines atomaren Unglücks in der Region

Als Vertreter der Grünen Kreistagsfraktion nahm Fraktionssprecher Ralf Frühwirt an der erstmals im Kreis statt findenden „Pilotübung Notfallstation“ teil, die am 13.4.19 am Zentrum Gewerblicher Schulen in Wiesloch statt fand.

Geprobt wurde hier ganztägig mit über 240 Helfer*innen des Bevölkerungsschutzes von Feuerwehr, THW, Polizei… der Aufbau und Betrieb einer Notfallstation im Falle eines Atomaren Unglücks in der Region. Hierbei waren auch 80 „Opfer“ einer solchen Katastrophe im Einsatz, um das Szenario auch realistisch durchspielen zu können.
Kreisbrandmeister Denz führte die geladenen Gäste durch die einzelnen Stationen, die im Ernstfall auch die Betroffenen durchlaufen müssen. Zunächst wird eine äußerliche Kontamination überprüft, und in drei Kategorien eingeteilt. Äußerlich unkontaminierte Personen werden gleich weiter geleitet, während die belasteten Gruppen Kleidung abgeben müssen, zum Duschen gebracht werden, und anschließend frische Kleidung erhalten.

Dann treffen sich alle Gruppen wieder zur Abschätzung der inneren Kontaminationsbelastung, Verteilung von Jodtabletten, psychischer Betreuung, Registrierung, Familienzusammenführung…

Im Ernstfall würden im 24-Stunden Betrieb ca. 600 Helfer*innen eine solche Notfallstation am laufen halten. 11 solche Stationen gibt es in Baden-Württemberg, deren Ausrüstung je nach Schwere einer Katastrophe rund um ein betroffenes Gebiet zum Einsatz gebracht werden können. Aus dieser Übung, so Denz, sollen Schlüsse darauf gezogen werden, ob die ausgearbeiteten Abläufe in einer realitätsnahen Umsetzung tatsächlich funktionieren, bzw. wo optimiert werden muss.

„Eine sehr sinnvolle Sache“, erklärte Fraktionssprecher Frühwirt. „Allerdings frage ich mich angesichts der Tatsache, dass das AKW Phillipsburg seit 1970 die Region bedroht, wieso es fast 50 Jahre gedauert hat, bis solche Szenarien vor Ort durchgespielt werden“.

Eine Erklärung wäre, dass die atomfreundlichen Regierungen der Vergangenheit, nicht unbedingt ein Interesse daran hatten, die Bevölkerung auf die Gefahren der Kernengergie aufmerksam zu machen.

rf

 

Ralf Frühwirt bei der Pilotübung Notfallstation

Ralf Frühwirt bei der Pilotübung Notfallstation